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Migräne oder Kopfschmerzen? - Die Unterschiede
Kopfweh kennt fast jeder. Chronische, also regelmäßig über einen längeren Zeitraum hinweg häufig auftretende, Kopfschmerzen können die Gesundheit und das Leben jedoch schwer belasten.
Insgesamt gibt es über 200 Arten von Kopfschmerzen. Die beiden häufigsten Formen sind Spannungskopfschmerz und Migräne, die insgesamt rund 90 Prozent aller Kopfschmerzerkrankungen ausmachen.
Dabei ist der Spannungskopfschmerz mit 70 bis 80 Prozent häufiger als die Migräne, die bis zu 16 Prozent der Bevölkerung betrifft. Migräne ist allerdings der Kopfschmerz, der die meisten Menschen zum Arzt treibt.
Der Hauptunterschied liegt darin, dass Migräne eine chronisch-neurologische Erkrankung ist, während gewöhnliche Kopfschmerzen (meist Spannungskopfschmerzen) ein isoliertes Schmerzsymptom darstellen. Eine Migräne geht weit über ein reines „Drücken im Kopf“ hinaus und legt Betroffene im Alltag oft komplett lahm.
Typische Merkmale von Spannungskopfschmerzen
• Ursache: Entsteht häufig durch Muskelverspannungen, Stress oder Schlafmangel.
• Intensität: Trotz der Schmerzen können Betroffene ihren Alltag meist normal bewältigen.
• Dauer: Kann von 30 Minuten bis zu mehreren Tagen andauern.
• Schmerzqualität: Dumpf, drückend, ziehend (wie ein zu enger Helm)
• Ort des Schmerzes: beidseitig (im ganzen Kopf, nur im Nacken oder nur hinter der Stirn)
• körperliche Aktivität: keine Verschlimmerung, Spaziergang bringt oft Linderung
• Begleitsymptome: selten
• Besonderheiten: keine Vorboten
Typische Merkmale einer Migräne
• Ursache: neurologische Erkrankung
• Intensität: Einschränkungen im Alltag, Betroffene müssen sich meist in einen dunklen, leisen Raum zurückziehen.
• Dauer: Eine Attacke dauert ohne Behandlung meist zwischen 4 und 72 Stunden.
• Schmerzqualität: pulsierend, pochend, hämmernd
• Ort des Schmerzes: meist einseitig (links oder rechts)
• Körperliche Aktivität: Verschlimmerung bei jeder Bewegung
• Begleitsymptome: Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit
• Besonderheiten: oft mit Aura Stunden bis Tage vor einer Migräneattacke (Sehstörungen, Kribbeln in Hand und Arm)
Die Attacken treten besonders oft zwischen dem 20. und dem 50. Lebensjahr auf. In dieser Lebensphase sind Frauen bis zu dreimal häufiger betroffen als Männer. Dieser Unterschied zwischen beiden Geschlechtern ist mit circa 30 Jahren am größten.
Bereits Kinder können an Migräne leiden, typisch ist aber ein erstes Auftreten nach der Pubertät. Jungen und Mädchen sind in etwa gleich häufig betroffen.
In der Regel haben Betroffene nur an manchen Tagen Kopfschmerz-Attacken, sind an den meisten Tagen im Monat aber schmerzfrei. Wenn die Attacken häufiger werden und über drei Monate lang die Tage mit Kopfschmerzen häufiger sind als Tage ohne, wird das als chronische Migräne bezeichnet.
Was passiert bei einer Migräne?
Welche Vorgänge im Gehirn die typischen Migränekopfschmerzen bewirken, ist nicht bis ins Detail geklärt. Diskutiert werden die Rolle von Botenstoffen, ein veränderter Blutfluss im Gehirn sowie entzündungsähnliche Prozesse. Vermutlich wirken verschiedene Dinge zusammen. Auf jeden Fall spielen erbliche Faktoren eine Rolle.
Ursachen und Auslöser der Migräne
Obwohl die genauen Ursachen der Migräne noch nicht vollständig geklärt sind, gibt es eine Reihe von Faktoren, die eine Attacke auslösen können. Die sogenannten Trigger, die eine Migräne auslösen können, sind sehr individuell. Zu den häufigsten Triggern gehören:
• Stress: Besonders bei unregelmäßigem Tagesablauf, emotionalem Stress oder auch nach einer anstrengenden, stressigen Zeit treten Migräneanfälle auf.
• Schlafmangel: Zu wenig Schlaf oder ein unregelmäßiger Schlafrhythmus erhöhen das Risiko.
• Flüssigkeitsmangel: Häufig beginnen Migräneanfälle, wenn zu wenig getrunken wurde.
• Hormonelle Schwankungen: Viele Frauen berichten von Migräneanfällen kurz vor und während der Menstruation.
• Ernährung: Bestimmte Lebensmittel gelten als Auslöser, wie zum Beispiel Rotwein. Aber auch der Verzicht auf Lebensmittel kann Anfälle triggern. So kann beispielsweise Fasten Migräne fördern.
• Reizüberflutung: Migräne kann außerdem durch Überflutung mit Licht- und Lärmreizen ausgelöst werden.
• Wetter: Weitere Triggerfaktoren sind wahrscheinlich bestimmte Wetterlagen, zum Beispiel Föhnwinde oder Kälte. Auch bei erhöhter Feinstaubbelastung können vermehrt Migräneanfälle auftreten.
• Rauchen
Phasen einer Migräne
Migräne verläuft typischerweise in verschiedenen Phasen. Diese dauern unterschiedlich lange und müssen nicht zwingend alle auftreten.
• Prodromalphase
In vielen Fällen kündigen Gereiztheit, Müdigkeit, Heißhunger und Lichtempfindlichkeit eine Migräne an. Diese Vorbotenphase kann mehrere Stunden bis zwei Tage vor dem Kopfschmerz auftreten.
• Aura
Anschließend kann eine Migräne-Aura auftreten. Diese kann verschiedene Anzeichen haben:
Sehstörungen: Bei einer visuellen Aura kommt es zum Beispiel zu einem Flimmersehen oder zum Sehen von Zickzack-Linien, zu Gesichtsfeldausfällen oder die Betroffenen sehen Objekte verzerrt, unscharf, vergrößert oder verkleinert.
Empfindungsstörungen: Ein häufiges Aura-Symptom ist ein Kribbeln, das sich langsam von der Hand über den Arm bis zum Kopf ausbreitet.
Weitere Einschränkungen: Zum Beispiel kann das Sprachvermögen gestört sein (Aphasie). Die Migräne-Aura geht manchmal auch mit Gleichgewichtsstörungen einher.
• Kopfschmerzphase
Die heftigste Phase geht mit starken, einseitigen Kopfschmerzen einher, die bis zu drei Tage anhalten können. Die Schmerzen werden als pulsierend oder stechend beschrieben und treten meist im Bereich von Stirn, Schläfen und den Augen auf. Licht- und Geräuschempfindlichkeit sowie Übelkeit sind häufig.
• Erholungsphase
Auch wenn die Kopfschmerzen und weiteren Symptome der Migräne vollständig abgeklungen sind, klagen viele Betroffene noch über Stunden oder sogar bis zu ein oder zwei Tage über Müdigkeit und Erschöpfung.
• Besonderheiten bei Kindern und Jugendlichen
Kinder und Jugendliche haben typischerweise kürzere Migräneanfälle. Sie nehmen die Kopfschmerzen meist beiderseitig im Bereich von Stirn und Schläfen wahr. Auch Schwindel ist bei ihnen häufig.
Vorbeugung von Migräne
Bei häufiger Migräne sind möglicherweise vorbeugende Maßnahmen sinnvoll, etwa regelmäßiger Sport oder Entspannungsübungen.
Bei häufigen oder schweren Migräne-Attacken können Medikamente helfen vorzubeugen (Prophylaxe). Dafür kommen bestimmte Betablocker oder Krampflöser wie Topiramat oder das Antidepressivum Amitriptylin infrage.
Seit einigen Jahren ist in Deutschland eine besondere Antikörpertherapie zur Vorbeugung von Attacken bei chronischer Migräne zugelassen. Die ist gut wirksam, kommt aber nicht für jeden infrage. Neue Studienergebnisse zeigen, dass der CGRP-Antikörper Fremanezumab auch bei Kindern und Jugendlichen wirksam sein kann. Für diese Altersgruppe ist das Medikament in der EU allerdings noch nicht zugelassen.
Auch die neue Wirkstoffgruppe der Gepante ist derzeit nur für Erwachsene vorgesehen und erweitert die Möglichkeiten der medikamentösen Migräneprophylaxe.
Die sogenannte Remote Electrical Neuromodulation (REN) ist eine weitere Option, einer Migräne vorzubeugen oder sie zu behandeln. Dabei werden Nervenfasern außerhalb der Migräneschmerzregion stimuliert. In der Folge schüttet das Gehirn Botenstoffe aus – und der eigentliche Migränekopfschmerz wird unterdrückt.
Die Daten zur Wirksamkeit von Akupunktur sind widersprüchlich.
Akut-Therapie von Migräne-Attacken
Zur Linderung akuter Migräne-Anfälle werden Schmerzmittel wie Ibuprofen, Paracetamol oder Acetylsalicylsäure sowie koffeinhaltige Kombinationspräparate eingesetzt. Migränespezifische Medikamente wie Triptane oder Ditane sind wirksam gegen starke Symptome und sollten frühzeitig eingenommen werden.
Gegen die häufig begleitende Übelkeit helfen zum Beispiel Metoclopramid und Domperidon.
Die neue Wirkstoffgruppe der Gepante kann eingesetzt werden, wenn Schmerzmittel oder Triptane nicht wirksam sind oder nicht vertragen werden.
Kopfweh kennt fast jeder. Chronische, also regelmäßig über einen längeren Zeitraum hinweg häufig auftretende, Kopfschmerzen können die Gesundheit und das Leben jedoch schwer belasten.
Insgesamt gibt es über 200 Arten von Kopfschmerzen. Die beiden häufigsten Formen sind Spannungskopfschmerz und Migräne, die insgesamt rund 90 Prozent aller Kopfschmerzerkrankungen ausmachen.
Dabei ist der Spannungskopfschmerz mit 70 bis 80 Prozent häufiger als die Migräne, die bis zu 16 Prozent der Bevölkerung betrifft. Migräne ist allerdings der Kopfschmerz, der die meisten Menschen zum Arzt treibt.
Der Hauptunterschied liegt darin, dass Migräne eine chronisch-neurologische Erkrankung ist, während gewöhnliche Kopfschmerzen (meist Spannungskopfschmerzen) ein isoliertes Schmerzsymptom darstellen. Eine Migräne geht weit über ein reines „Drücken im Kopf“ hinaus und legt Betroffene im Alltag oft komplett lahm.
Typische Merkmale von Spannungskopfschmerzen
• Ursache: Entsteht häufig durch Muskelverspannungen, Stress oder Schlafmangel.
• Intensität: Trotz der Schmerzen können Betroffene ihren Alltag meist normal bewältigen.
• Dauer: Kann von 30 Minuten bis zu mehreren Tagen andauern.
• Schmerzqualität: Dumpf, drückend, ziehend (wie ein zu enger Helm)
• Ort des Schmerzes: beidseitig (im ganzen Kopf, nur im Nacken oder nur hinter der Stirn)
• körperliche Aktivität: keine Verschlimmerung, Spaziergang bringt oft Linderung
• Begleitsymptome: selten
• Besonderheiten: keine Vorboten
Typische Merkmale einer Migräne
• Ursache: neurologische Erkrankung
• Intensität: Einschränkungen im Alltag, Betroffene müssen sich meist in einen dunklen, leisen Raum zurückziehen.
• Dauer: Eine Attacke dauert ohne Behandlung meist zwischen 4 und 72 Stunden.
• Schmerzqualität: pulsierend, pochend, hämmernd
• Ort des Schmerzes: meist einseitig (links oder rechts)
• Körperliche Aktivität: Verschlimmerung bei jeder Bewegung
• Begleitsymptome: Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit
• Besonderheiten: oft mit Aura Stunden bis Tage vor einer Migräneattacke (Sehstörungen, Kribbeln in Hand und Arm)
Die Attacken treten besonders oft zwischen dem 20. und dem 50. Lebensjahr auf. In dieser Lebensphase sind Frauen bis zu dreimal häufiger betroffen als Männer. Dieser Unterschied zwischen beiden Geschlechtern ist mit circa 30 Jahren am größten.
Bereits Kinder können an Migräne leiden, typisch ist aber ein erstes Auftreten nach der Pubertät. Jungen und Mädchen sind in etwa gleich häufig betroffen.
In der Regel haben Betroffene nur an manchen Tagen Kopfschmerz-Attacken, sind an den meisten Tagen im Monat aber schmerzfrei. Wenn die Attacken häufiger werden und über drei Monate lang die Tage mit Kopfschmerzen häufiger sind als Tage ohne, wird das als chronische Migräne bezeichnet.
Was passiert bei einer Migräne?
Welche Vorgänge im Gehirn die typischen Migränekopfschmerzen bewirken, ist nicht bis ins Detail geklärt. Diskutiert werden die Rolle von Botenstoffen, ein veränderter Blutfluss im Gehirn sowie entzündungsähnliche Prozesse. Vermutlich wirken verschiedene Dinge zusammen. Auf jeden Fall spielen erbliche Faktoren eine Rolle.
Ursachen und Auslöser der Migräne
Obwohl die genauen Ursachen der Migräne noch nicht vollständig geklärt sind, gibt es eine Reihe von Faktoren, die eine Attacke auslösen können. Die sogenannten Trigger, die eine Migräne auslösen können, sind sehr individuell. Zu den häufigsten Triggern gehören:
• Stress: Besonders bei unregelmäßigem Tagesablauf, emotionalem Stress oder auch nach einer anstrengenden, stressigen Zeit treten Migräneanfälle auf.
• Schlafmangel: Zu wenig Schlaf oder ein unregelmäßiger Schlafrhythmus erhöhen das Risiko.
• Flüssigkeitsmangel: Häufig beginnen Migräneanfälle, wenn zu wenig getrunken wurde.
• Hormonelle Schwankungen: Viele Frauen berichten von Migräneanfällen kurz vor und während der Menstruation.
• Ernährung: Bestimmte Lebensmittel gelten als Auslöser, wie zum Beispiel Rotwein. Aber auch der Verzicht auf Lebensmittel kann Anfälle triggern. So kann beispielsweise Fasten Migräne fördern.
• Reizüberflutung: Migräne kann außerdem durch Überflutung mit Licht- und Lärmreizen ausgelöst werden.
• Wetter: Weitere Triggerfaktoren sind wahrscheinlich bestimmte Wetterlagen, zum Beispiel Föhnwinde oder Kälte. Auch bei erhöhter Feinstaubbelastung können vermehrt Migräneanfälle auftreten.
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Migräne verläuft typischerweise in verschiedenen Phasen. Diese dauern unterschiedlich lange und müssen nicht zwingend alle auftreten.
• Prodromalphase
In vielen Fällen kündigen Gereiztheit, Müdigkeit, Heißhunger und Lichtempfindlichkeit eine Migräne an. Diese Vorbotenphase kann mehrere Stunden bis zwei Tage vor dem Kopfschmerz auftreten.
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Anschließend kann eine Migräne-Aura auftreten. Diese kann verschiedene Anzeichen haben:
Sehstörungen: Bei einer visuellen Aura kommt es zum Beispiel zu einem Flimmersehen oder zum Sehen von Zickzack-Linien, zu Gesichtsfeldausfällen oder die Betroffenen sehen Objekte verzerrt, unscharf, vergrößert oder verkleinert.
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Weitere Einschränkungen: Zum Beispiel kann das Sprachvermögen gestört sein (Aphasie). Die Migräne-Aura geht manchmal auch mit Gleichgewichtsstörungen einher.
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Auch wenn die Kopfschmerzen und weiteren Symptome der Migräne vollständig abgeklungen sind, klagen viele Betroffene noch über Stunden oder sogar bis zu ein oder zwei Tage über Müdigkeit und Erschöpfung.
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